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10. Juni 2010 Linksjugend ['solid]

"Abschaffung der Studiengebühren ist überfällig und finanzierbar"

Die Hochschulrektorenkonfernz (HRK) hat vorgeschlagen Studiengebühren künftig erst nach dem Studium zu erheben. Azad Tarhan, Landessprecher von Linksjugend ['solid] erklärt hierzu:

„Studiengebühren sind unsozial und ungerecht, und zwar unabhängig davon, wann sie erhoben werden. Auch wenn SPD und Grüne ihr Wahlversprechen brechen und sich in den Verhandlungen mit der FDP auf das Modell der nachgelagerten Studiengebühren einigen bleibt es dabei: Wir fordern die sofortige und komplette Abschaffung aller Bildungsgebühren. Mit der LINKEN im NRW-Landtag ist das nun möglich!“

Die Linksjugend ['solid] setzt sich für gebührenfreie Bildung für alle ein. Bildung darf nicht weiter als Kostenfaktor begriffen werden, statt dessen muss es eine komplett öffentliche Ausfinanzierung der Hochschulen geben.

Nachgelagerte Studiengebühren, wie es sie in Hamburg bereits gibt, lösen das Problem nicht, sondern treffen weiter vor allem Studierende, die nur über ein geringes Einkommen verfügen oder alleinerziehend sind. Das HRK Modell ähnelt dem 1989 in Australien eingeführten Modell. Studierende, die nach dem Studium die Gebühren sofort zurückzahlen können sparen sich die Zinsen. Eine australische Hochrechnung kommt zu dem Schluss, dass bei einer angenommenen Verschuldung von 20.000 australischen Dollar Männer im Durchschnitt 17 Jahre, Frauen hingegen 51 Jahre lang ihre Schulden zurückzahlen müssen. Für diesen Zeitraum fallen selbstverständlich Zinsen an,

Jasper Prigge, Bundessprecher von Linksjugend ['solid], ergänzt: „Wenn die Studiengebühren in NRW fallen, wird es für andere Bundesländer schwer ihre Studiengebühren weiter zu rechtfertigen. Die Abschaffung ist überfällig und finanzierbar: Neben der konsequenten Anwendung der geltenden Steuergesetze und deren Kontrolle durch mehr Steuerprüfer kann Bildung über höhere Steuern für Reiche, zum Beispiel über die Einführung einer Milionärssteuersteuer oder einen höheren Spitzensteuersatz, wieder gebührenfrei werden.