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Energiewende oder Arbeitsplätze?

6 Jahre, 86 zerstörte Baumhäuser und mehrere zehntausend Demonstrant*innen später ist die Abholzung des Hambacher Forstes vorerst gestoppt. Nur kurze Zeit später betont RWE.Chef Schmitz erneut, dass dadurch rund 4600 Arbeitsplätze am Tagebau gefährden wären. Haben so viele linke Demonstrant*innen tatsächlich Menschen um ihre Arbeit gebracht anstatt auf der Seite der Arbeiter*innen und ihrer Gewerkschaften zu stehen?

6 Jahre, 86 zerstörte Baumhäuser, mehrere zehntausend Demonstrant*innen und eine heldenhafte Bechsteinfledermauspopulation später ist die Abholzung des Hambacher Forstes vorerst gestoppt. Nur kurze Zeit später betont RWE.Chef Schmitz erneut, dass dadurch rund 4600 Arbeitsplätze am Tagebau gefährden wären. Haben so viele linke Demonstrant*innen tatsächlich Menschen um ihre Arbeit gebracht anstatt auf der Seite der Arbeiter*innen und ihrer Gewerkschaften zu stehen? Schon kurz danach protestierten rund 4000 Beschäftigte, angeleitet von ihrer Gewerkschaft, der IG BCE, unter Sprecher Manuel Rendla, der die Kohlekomission ermahnt die Ängste der Beschäftigten wahrzunehmen. Laut RWE und Ministerpräsident Laschet ist eine Kohleausstieg zwischen 2035 und 2038 inakzeptabel und würde die Existenzgrundlage von Menschen gefährden; Klimawandel hin oder her. Die gesetzten Klimaziele zu erreichen rücken derweilen immer weiter in die Ferne. Doch kaum wurde daraufhin ein Kohlekraft-Deckel vorgeschlagen kam wieder Gegenwind von einer Gewerkschaft, diesmal durch den Verdivorsitzenden Frank Bsirske. Er forderte die Schaffung von neuen Kohlekraftwerken in Deutschland und behauptete, dass sonst rund 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr wären. Doch zu diesem Zeitpunkt arbeiteten nicht einmal die Hälfte an Menschen in diesem Sektor. Dass er ebenfalls RWE-Aufsichtsratmitglied war und gerade eine dicke Gehaltserhöhung erhalten hatte, hatte sicher nichts mit dieser Aussage zu tun? Dabei hatte einst auch RWE unter dem Namen Innogy versucht der Energiewende beizuwohnen und mit Öko-Strom und Co. zu einem lukrativen Energiewende-Unternehmen zu werden. Man besann sich zurück auf den Braunkohleabbau, da die Bundesregierung die Energieversorgung wenigen Großunternehmen überlässt und sie subventioniert. RWE wurde zu einem Machtmonopol. Bereits existierende, viel effizientere Gaskraftwerke werden z.B. erst nach den Kohlekraftwerken zugeschaltet, würde man diese fördern, könnten sie die Kohle komplett ersetzen und darüber hinaus noch Energie abwerfen, wobei erneuerbare Energien auch noch viel günstiger zu gewinnen sind. Auch der CO2-Emissionshandel bekommt keine Grenzen gesetzt. Um die Klimaschutzziele zu erreichen kommen wir jedoch nicht am Abschalten der Kohlekraftwerke vorbei. Laut Umweltbundesamt kostete die deutsche Kohleverstromung im Jahr bis zu 50 Milliarden Euro. Pro erzeugte Kilowattstunde (kWh) Braunkohlestrom werden laut UBA noch 19,2 Cent zusätzlich durch Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden gezahlt. Bei der Stromerzeugung aus Erdgas sind es 8,8 Cent, bei Photovoltaik 1,8 Cent und bei Windenergie 0,4 Cent. Ein deutlicher Unterschied. Doch nicht nur Klimaschutz und Kosteneinsparung sprechen für den Kohleausstieg, auch das vorgeschobene, der Machterhaltung dienende Arbeitsplatzargument ist abzuweisen. Tausende Arbeitsplätze sind im Bereich der Erneuerbaren entstanden. Weltweit könnten durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien bis 2050 fast doppelt so viele Menschen im Stromsektor arbeiten, wie heute. Zusätzlich fordert die LINKE Ausstiegshilfen von rund 250 Millionen Euro jährlich vom Bund für die betroffenen Kohleregionen, damit bis spätestens 2035 der letzte Kohlemeiler vom Netz geht. Gewerkschafter sollten derweilen zurückfinden zu dem, wofür sie dringend gebraucht werden. Für einen umweltfreundlichen Fortschritt, der gute Arbeitsplätze schafft anstatt schlechte zu erhalten.


Kontakt

Die LINKE Düsseldorf AG Umwelt

Jeden 2. Sonntag im Monat um 13:00 -> Corneliusstraße 108

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