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Aus Kämpfen lernen - Gewerkschaften zwischen Gegenmacht und Co-Management

Unter diesem Titel kamen etwa 40 Teilnehmer*innen zu der vom Kreisverband DIE LINKE.Düsseldorf in Kooperation mit der AG Betrieb & Gewerkschaft organisierten gewerkschaftspolitischen Konferenz am 13. Oktober 2018 im Bürgersaal der Bilder Arcaden zusammen. Vor dem Hintergrund der Mobilisierung zu der bundesweiten „Unteilbar“-Demo in Berlin und weiteren parallelen Veranstaltungen durchaus ein Erfolg.

Absagen mussten leider der Parteivorsitzende und ehemalige Gewerkschaftsaktivist Bernd Riexinger, der auf der Massendemonstration in Berlin eine Rede halten musste, aber von dem gewerkschaftspolitischen Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Pascal Meiser, kompetent  vertreten wurde, sowie der kurzfristig erkrankte Gewerkschaftssekretär Nils Böhlke.

Vertreter*innen aus Betrieben und Gewerkschaften referierten zu den Arbeitskämpfen und diskutierten mit Mitgliedern der LINKEN und gewerkschaftlich Aktiven über den Streik der Unikliniken für mehr Personal, den Kampf der Reinigungskräfte am Flughafen, den Kampf gegen befristete Beschäftigung sowie die Digitalisierung und ihre Folgen.

Die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes und Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper, Stephanie Peifer, berichtete von den Auseinandersetzungen und den Schwerpunkten des DGB in Düsseldorf, argumentierte dass die Gewerkschaften einerseits Gestaltungsfaktor wären und andererseits aber auch konsequent in Arbeitskämpfen die Interessen der abhängig Beschäftigten vertreten müssten. Sie betonte, dass es bzgl. der gewerkschaftspolitischen Forderungen wie z. B. nach einem Mindestlohn oder nach einer drastischen Einschränkung befristeter Beschäftigungsverhältnisse eine hohe Übereinstimmung mit den politischen Vorstellungen der LINKEN gebe.

Nach den Berichten und Einschätzungen von Martin Körbel-Landwehr, Vorsitzender des Personalrates der Uniklinik, Mahir Sahin, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, Keno Böhme von „Liefern am Limit“ sowie Frank Eckgold, Dozent für Informatik an der Hochschule Düsseldorf, wurde in vielen Diskussionsbeiträgen deutlich gemacht, dass die Durchsetzung von Forderungen - ob es um mehr Personal in den Krankenhäusern oder um die Frage der Weiterbeschäftigung von Reinigungskräften am Flughafen geht - in erster Linie vom gewerkschaftlichen Organisationsgrad in den betroffenen Betrieben sowie von der Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zu Streikmaßnahmen abhängt. Auch wenn sich die Belegschaften in den beiden Auseinandersetzungen in der Uniklinik und am Flughafen nicht hundertprozentig durchsetzen konnten, sind die Ergebnisse durchaus Teilerfolge, die ohne diese Streiks niemals erreicht worden wären.

Ein nicht unerheblicher Teil der Debatte drehte sich um die Frage der Digitalisierung der Arbeitswelt und die Folgen für die abhängig Beschäftigten. Die Auswirkungen sind zur Zeit in ihrem Umfang und ihrer Ausprägung noch nicht absehbar. In bisher nicht tangierten Bereichen wie die Produktion großer Stückzahlen und auch im Bauwesen wird es in wenigen Jahren zu einer massiven Steigerung der Produktivität (z. B. durch 3D-Druck) und als Konsequenz zur Vernichtung von vielen Arbeitsplätzen kommen.

Der Dialog zwischen Gewerkschaften und den Parteien, die sich für die Interessen der abhängig Beschäftigten aktiv einsetzen, sollte weitergeführt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft in der LINKEN Düsseldorf wird weiter daran arbeiten. Diese Konferenz war ein erster Schritt.