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Änderungsantrag zur Ratssitzung am 15.09.2016 Garath 2.0 – den Wandel gestalten

Die Beschlussvorlage Garath 2.0 – Den Wandel gestalten, Analyse und Konzeptentwicklung geht an die Verwaltung zurück und wird mit der Bezirksvertretung 10 sowie den Garather Bürger*innen überarbeitet. Viele Grundanliegen sowie Wünsche der Garather*innen sind nicht berücksichtig.

 

Insbesondere folgende Themen müssen neu aufgenommen werden:

 

1. Die Nahversorgung in den Nebenzentren als wesentliche Grundvoraussetzung für ein lebenswertes Garath. 2. Die von den Garather*innen nicht gewünschte Bebauung des Buchholzer Buschs. Es sollte geprüft werden, wie der Vorschlag aus der Bevölkerung, den dort bestehenden Kindergarten zu einem Waldkindergarten zu erweitern, umgesetzt werden kann. 3. Der Ausbau des ÖPNV`s gerade an Abenden und Wochenenden und eine direkte Verbindung von Garath zur Universität. 4. Der Ausbau der Radwege zu einem zusammenhängenden, sicheren Bezirksradwegenetz. 5. Die Verdichtung der Wohngebiete darf nicht zu Lasten der Grünflächen gehen. Begründung Der vorliegende Konzeptentwurf von StadtRaumKonzept Gmbh und dem Institut für Raumforschung und Immobilienwirtschaft ist mangelhaft und geht an den Wünschen vieler Garather Menschen vorbei. Trotz vieler Gespräche, die auf den verschiedensten Ebenen geführt wurden, bleiben viele Wünsche der Einwohner*innen offen bzw. werden konterkariert. Die zum Teil gute Analyse des Stadtteils beschreibt zwar die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung vieler Einwohner*innen. Zunehmende Kinder- und Altersarmut sowie steigende Mieten speziell für Gewerbetreibende bleiben aber letztendlich unberücksichtigt. Stattdessen wird der Zuzug von der sogenannten Mittelschicht gefordert. Es leben noch immer viele Menschen in Garath, die in den 60er Jahren zu den ersten gehörten, die in den neuen Wohn-Stadtteil zogen, die sich wohlfühlen, den Stadtteil prägen und für deren Wohlbefinden gesorgt werden muss. Das Konzept des Stadtteils Garath sah 1 Hauptzentrum sowie 4 Nebenzentren vor, in denen die Einwohner*innen ihren täglichen Lebensbedarf auch erwerben konnten. Dies ist heute nicht mehr der Fall, das letzte Lebensmittelgeschäft schloss im Sommer 2015 im Nebenzentrum Südwest. Im Konzeptentwurf wird darauf hingewiesen, dass den Menschen kommuniziert werden soll, dass es keine Vollsortimenter mehr in den Nebenzentren geben wird. Dies ist der Hauptkritikpunkt an der Beschlussvorlage zu Garath 2.0. Es muss alles dafür getan werden, dass die Menschen sich mit allen wichtigen Dingen des täglichen Lebens versorgen können. Das muss nicht in einem großen Supermarkt sein, es gibt da andere Möglichkeiten. Die Analyse (S. 72), dass sich leerstehende Ladenlokale nicht eignen, aufgrund ihrer Lage und der häufig geringen Fläche nicht mehr für eine Nutzung durch den Einzelhandel ist falsch. Viele familiengeführte Gemüsegeschäfte u.a. beweisen das. Im Konzept wird dargestellt, dass die 4 Nebenzentren zukünftig eine neue Funktion haben werden. So wird das Nebenzentrum Garath Nordost als Gesundheitszentrum definiert, weil sich dort eine große Zahnarztpraxis befindet. Das Nebenzentrum Südost wird als soziales Zentrum definiert, da sich dort SOS Kinderdorf mit vielen Angeboten etabliert hat und auch weiter ausgebaut wird. Allerdings wünschen sich gerade Ältere (aber auch Familien) eine gesicherte Nahversorgung vor allem von Lebensmitteln direkt in den Nebenzentren. Dies muss ein wichtiger Aspekt für Garath und die Zukunft Garaths sein. Die Nebenzentren dürfen nicht veröden, sie müssen wieder belebt werden. Die Menschen müssen sich mit ihren notwendigen Lebensmitteln und anderer notwendiger Waren vor Ort versorgen können. So wie es auch in der Stadtplanung des damals neuen Stadtteils Garath vorgesehen war. Es gibt viele Möglichkeiten und private Initiativen, kleine Läden zu errichten und zu erhalten. Dazu muss mit Vermieter*innen und Interessierten gesprochen und verhandelt werden. Es hat sich auf Nachfrage bei der Sitzung der BV 10 gezeigt, dass es nicht genügend Kontakte zu den Hausbesitzer*innen gegeben hat. Hier muss dringend gehandelt werden, denn die Nahversorgung ist für die Garather Bewohner*innen das Hauptanliegen. Im Stadtteil leben nicht nur ältere Menschen, auch viele Familien, da es im Gegensatz zu anderen Stadtteilen noch bezahlbare Wohnungen gibt. Laut Vorlage sollen mehr junge Menschen in den Stadtteil ziehen. Dazu ist ein verbesserter ÖPNV nötig. Zwar gibt es eine gute S-Bahn-Anbindung, es fahren Busse durch die Nebenzentren. Allerdings ist es gerade an den Wochenenden oder abends mit den Fahrtzeiten problematisch. Wenn mehr junge Leute nach Garath ziehen sollen, muss der ÖPNV ausgebaut werden. Eine Buslinie zur Uni hält die Bezirksvertretung 10 für unbedingt notwendig. Auch funktionierende Radwege fehlen. Die Bebauung des Buchholzer Buschs ist völlig konträr der Meinung vieler Garather Menschen. Eine Bürgerinitiative hat Unterschriften gesammelt, die Problematik in einer Sitzung der BV 10 vorgestellt und die Unterstützung von Vertreter*inner der BV bekommen. Sie möchten nicht, dass ein Teil des Waldstücks für Bebauung gerodet wird, auch wenn es für einen Teil davon Bebauungsrecht gibt. Die Garather Menschen lieben ihren grünen Stadtteil und den Wald. In einer ersten Versammlung hat der Vorschlag für eine „moderate Entgrünung“ sehr viel Unmut gesorgt. Aber gerade das macht die Wohnqualität für Viele aus. Es gibt einen Gegenvorschlag der Initiative gegen die Bebauung des Buchholzer Buschs, das Waldgründstück für den anliegenden Kindergarten zur Umwandlung in einen gewünschten Waldkindergarten zu nutzen. Auch der Vorschlag der „moderaten Verdichtung“ muss konkretisiert werden. Keinesfalls dürfen grüne Flächen für Wohnbebauung genutzt werden. Vieles aus der Vorlage ist nichts Neues, wurde bereits sowohl von der BV als auch dem Stadtrat beschlossen. Vieles ist engagierten Garather Menschen und Intitiatven und Vereinen zu verdanken. Garath ist gerade deshalb so lebenswert, weil sich viele Menschen engagieren. Deshalb muss in der Vorlage gerade das Knowhow und das Engegement der Garather*innen einen besonderen Stellenwert haben.

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