4. Mai: 30 Jahre Tschernobyl - 5 Jahre Fukushima - morgen Tihange?
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Jörg Schellenberg, Aktionsbündnis gegen Atomanlagen Aachen, am 4. Mai um 19 Uhr, Buchhandlung BiBaBuZe, Aachenerstrasse 1
Am 26. April 1986 kam es zu einem Supergau in der sowjetischen Atomanlage Tschernobyl. Der Reaktor geriet außer Kontrolle und es begann eine Kernschmelze, die bis heute mehrere tausend Menschenleben forderte, zu häufigen Missbildungen führte und weite Landstriche Europas radioaktiv verseuchte. Noch heute sind aus manchen Gegenden Europas Wälder und Pilze verseucht, so dass sie nicht in den Handel gebracht werden dürfen. Mit diesem Supergau wurde die Behauptung der Atomkraftbefürworter, dass Atomkraftwerke beherrschbar seien, als das entlarvt was sie immer waren: dreiste Lügen.
In der Bundesrepublik führte der Supergau von Tschernobyl zu einem Aufschwung der Anti AKW Bewegung, die erreichen konnte, dass manche geplante oder im Bau befindliche Atomanlage nicht ans Netz gebracht werden konnten (Kalkar, Hamm, Mülheim – Kärlich, WAA Wackersdorf)
25 Jahre später, am 10. März 2011, kam es zu einem weiterem Supergau in der japanischen Atomanlage in Fukushima. Die Folgen für die Menschen in Japan waren die gleichen wie in Tschernobyl, weite Landstriche wurden unbewohnbar, landwirtschaftliche Erzeugnisse konnten nicht mehr verkauft werden und viele Menschen wurden radioaktiv kontaminiert. Für die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, brach nun ihr Glaube an die Beherrschbarkeit der Atomenergie zusammen. Obwohl die damalige Bundesregierung aus CDU und FDP kurz vorher noch eine Laufzeitverlängerung beschlossen hatte, kam Sie nun nicht mehr umhin, einen Zeitplan für einen Ausstieg aus der Atomenergie zu beschließen.
Im benachbarten Belgien sind noch 2 Atomanlagen in Betrieb, die nicht nur von Kritikern der Atomkraft als Schrottreaktoren bezeichnet werden. Die Anlage Tihange in der Nähe von Lüttich ist nur 130 km von Düsseldorf entfernt. Bei einem Supergau dort würden die Auswirkungen solch einer Katastrophe auch hier deutlich zu spüren sein.
Aber auch der Widerstand gegen die Atomanlagen hat nicht nachgelassen. Ob es gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau oder die geplante Endlagerstätte in Gorleben oder an den noch immer zahlreich betriebenen Atomkraftwerke geht, überall wehren sich Menschen gegen die Gefahren der Atomindustrie. Dies gilt auch für die beiden Reaktoren in Belgien. Inzwischen klagt sogar die NRW Landesregierung gegen den Betrieb von Tihange.
Eine Veranstaltung von Düssel-Solar e.V. und DIE LINKE. Düsseldorf.

