Die Härte der europäischen Flüchtlingspolitik trifft auch Düsseldorferinnen
Im Bürgersaal Bilk beleuchtete DIE LINKE Partei und Ratsfraktion zeitgleich mit dem March for Europe am 25.03.2017 die Schattenseite der Staatengemeinschaft. Im Rahmen einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag ging es um die Erfahrungen ehrenamtlicher Flüchtlingshelferinnen in Düsseldorf und Griechenland.
Die Frauen berichteten in einer Diskussion mit Angelika Dlangamandla, Fraktionssprecherin der LINKEN. im Stadtrat, aus der Arbeit mit den Flüchtlingen, die es bis in unsere Stadt geschafft haben. Danach gab die bekannte Düsseldorfer Menschenrechtsanwältin und Trägerin des Dachau-Preises, Gülşen Çelebi, einen zutiefst politischen und menschlichen Bericht von jenen, die es nur bis an den Rand Europas geschafft haben. Sie beriet in Griechenland geflüchtete Frauen und führte ein Helferteam.
Gülşen Çelebi: "Es gibt Vorzeigelager für die Medien mit einer schönen Scheinwirklichkeit. Die Mehrheit der Flüchtlinge wird in Militärcamps wie Tiere gehalten oder lebt auf der Straße. Ohne ein Dach über dem Kopf, ohne offizielle Unterstützung sind sie auf die Solidarität der Helferinnen und Helfer oder auf die Hilfe von Passanten angewiesen."Rechtsanwältin
Çelebi erhebt einen schweren Vorwurf: "Europa und die Weltgemeinschaft lassen die Geflüchteten in Griechenland allein. Mit der willkürlichen Festlegung von sicheren Herkunftsländern nehmen sie ihren Tod in Kauf. Vielleicht lassen sie sich noch als Helfer und Gönner feiern, während sie gleichzeitig am Krieg und anschließenden Wiederaufbau verdienen."
Kraft-Dlangamandla fordert: "Es geht nicht so weiter, dass die Stadt sich aus der Verantwortung für die Geflüchteten zurückzieht und sich auf dem Rücken der Ehrenamtlichen ausruht. Eine Fachkraft für 200 Flüchtlinge in Düsseldorf, das ist einfach zu wenig. Die Stadt muss den Betreuungsschlüssel endlich erhöhen."
Angelika Kraft-Dlangamandla abschließend: "Bei ihrer Arbeit erfahren die Helferinnen zwar Freude und Dankbarkeit, aber auch viel persönliches Leid und Tragödien. Wenn der Nachbar, Bekannte, Freund, plötzlich von Abschiebung bedroht ist, wenn ein junger Mensch sich vor Aussichtslosigkeit das Leben nimmt - dann trifft die harte Linie von CDU und SPD gegen Flüchtlinge am Ende auch die Helferinnen aus Düsseldorf ganz persönlich."




