"Wir nennen das Scheinselbständigkeit" - Integrationslehrkräfte kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen
Am Mittwoch, den 9 März, demonstrierten Integrationslehrkräfte in Düsseldorf für bessere Arbeitsbedingungen. An der Erkrather Straße übergaben Sie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ihre Forderungen und eine Unterschriftensammlung. Die Lehrkräfte und ihre Gewerkschaft GEW fordern scheinbar Selbstverständliches: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, einen Arbeitgeberanteil an Zahlungen zu Sozial- und Rentenversicherung sowie feste Arbeitsverträge und eine bessere Bezahlung.
Für 23 Euro oder weniger bringen Integrationslehrkräfte im Moment den hierher geflüchteten Menschen unter anderem Deutsch bei; von diesen 23 Euro müssen sie als Honorarkräfte aber auch für Zeiten ohne Beschäftigung ansparen, für ihre Rente, für Krankheit. An Urlaub ist gar nicht zu denken. Sich dagegen zu wehren, fällt schwer, denn ihre direkten Arbeitgeber sind Wohlfahrtsträger - die vom Bundesamt nicht ausreichend Geld erhalten, um ihre Lehrkräfte anständig zu bezahlen.
Die Integrationslehrkräfte fordern daher entweder 50 Euro für die Arbeit als Honorarkräfte oder aber die Festanstellung und gleiche Bezahlung wie Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.
Helmut Born, Mitglied im Landesvorstand der LINKEN. NRW und Mitglied des Kreisvorstandes der LINKEN. Düsseldorf, überbrachte den Protestierenden eine Unterstützungserklärung der Düsseldorfer LINKEN. Als aktiver Gewerkschafter sprach er zu den Integrationslehrkräften Klartext: "Wir nennen das Scheinselbständigkeit, was da passiert. Verantwortlich für solche legalen Formen von Lohndumping sind die Agenda 2010 und die Hartzgesetze, welche die Arbeit massiv verbilligt haben. Die LINKE in Düsseldorf, aber auch im Bund steht an eurer Seite!"
Informationen zum Protest: http://bonneroffenerkreis.jimdo.com/



